5 Gute Gründe um Schweizer Keramik zu sammeln

  • Schweizer Keramik hat hohes Potential, weil die Erforschung und Dokumentation erst in den Anfängen steckt
  • Engobierte Irdenware aus der Schweiz vereint Tradition und Innovation
  • Schweizer Keramiken werden bereits in den USA und Grossbritannien hoch geschätzt und gehandelt
  • Schweizer Keramik ist ein Kulturgut von hoher kunsthandwerklicher Qualität
  • Schweizer Keramik kann eine Wertanlage sein

Warum die Schweizer Keramik ein hohes Wertsteigerungspotential hat

Noch ist die Sammlergemeinde für Schweizer Keramik klein. Genauer gesagt, noch haben wenige die Schweizer Keramik des 20. Jahrhunderts als Sammlungsgebiet entdeckt. Die Gründe dafür sind nicht bei der Qualität der Keramikobjekte zu suchen, sondern liegen in der Geschichte der Schweizer Keramikforschung und dem Selbstverständnis des Berufsverbandes der Keramiker begründet .

Bis vor wenigen Jahren haben sich die Keramikforscher beinahe ausschliesslich mit der  Schweizer Keramik  des 17. Und 18. Jahrhunderts beschäftigt. Es sind Monografien und Aufsätze erschienen über die alte Heimberger Keramik, die Emmentaler Bauernkeramik mit dem Schwerpunkt Langnau. Über die Fayencefabriken in Kirchberg / Schooren, über die Bäriswiler Fayencen und nicht zuletzt über die Fayencefabrik Matzendorf / Aedermannsdorf  ist viel geforscht und geschrieben worden. Auch die Zürcher Porzellan-Manufaktur und ihre hübschen Erzeugnisse (Geschirr und Porzellanfiguren) wurden erforscht und publiziert.

Doch die Werke der Töpfer auf dem Land sind kaum beachtet worden, darüber geschrieben wurde kaum und wenn, dann höchsten abschätzig. Die vielfach fantasievoll gestalteten Gefässe der Thuner Majolika, sind von den kunsthistorisch gebildeten Kritikern, oft abschätzig als geschmacklicher Irrweg abqualifiziert worden. Für die traditionellen Irdenware, die mit einem Engobe Anguss versehen und dann mit dem Malhorn kunstvoll verziert worden sind, hatte man an den Kunstgewerbeschulen seit Mitte des 20. Jahrhunderts  nur noch Spott übrig.

Man suchte neue Wege und Ausdruckformen und glaubte die Vorbilder in der nordischen Keramik, dem von Norwegen, Finnland und Schweden dominierten Design  zu finden. Eine Folge des Zeitgeistes, welcher die Tradition des Kunsthandwerkes verwarf, statt weiter zu entwickeln.

Natürlich gab es bei den Keramikern Persönlichkeiten, die sich von diesem Ungeist nicht beirren liessen und das traditionelle Handwerk weiter entwickelten, in der Formensprache und in der Verfeinerung der Technik. Einige (wenige) dieser Keramiker werden heute bereits hoch geschätzt und ihre Arbeiten sind in Sammlungen und Museen gut vertreten. Für Werke dieser Keramiker (auch für ursprünglich zum Gebrauch hergestelltes Geschirr) werden aktuell Preise verlangt und bezahlt, die mehrere tausend Franken betragen können. Den Sammlern am bekanntesten ist bestimmt Margrit Linck-Daepp. Doch auch die Arbeiten von Marcel Noverraz (Genf), Mario Mascarin (Muttenz BL), Gustav Spörri (Schaffhausen) und Heinrich Meister (Dübendorf/Stettbach), werden heute von Sammlern und Museen geschätzt, gesucht und aufgekauft. Nicht zuletzt deshalb, weil über diese Keramikern in den letzten Jahren Monografien erschienen sind. Sie und ihre Werke wurden damit bekannter und man anerkennt heute den hohen, eigenständigen Wert ihrer Arbeiten.

Doch es gibt noch viele andere Keramiker, die hervorragendes geschaffen haben. Sie und ihre Arbeiten zu entdecken, ist das Spannende für Sammler. Sobald diese Keramiker bekannt sind und sobald die Qualität ihrer Arbeiten schaubar gemacht wird, finden die Werke Liebhaber und die Preise steigen.

Dies ist eine Entwicklung, die erst am Anfang steht. Ich selbst stelle einerseits mit Genugtuung fest, dass das Verzeichnis der Keramiksignaturen auf dieser Webseite rege benutzt wird. Die Informationen werden in Inseraten und auf Auktionsportalen bei der Beschreibung der Objekte verwendet. Und gleichzeitig ist festzustellen, dass die Preise für die guten Schweizer Keramiken anziehen. Etwas, das ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge beobachte. Einerseits hilft es mir, meine Unkosten der Keramikforschung zu finanzieren, andererseits verteuert es meine Forschungsarbeit, da ich für die Dokumentation die Keramikobjekte wohl oder übel  erwerben muss.

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